Das Spektakel 2018

Krabat - Die Dunkelheit des Lichts

Krabat - Die Dunkelheit des Lichts

Wer bei Gewitter hoch hinauf schaut in die Wolken, der könnte meinen, Wolken sind schwarz. Wer aber fliegen kann und von oben auf eben diese schwarzen Wolken schaut, der sieht, sie sind weiß.

Genau wie diese Wolken hat alles auf der Erde seine lichten und seine dunklen Seiten, das Wechselspiel aus Licht und Schatten lässt uns Dinge erst genau sehen, denn es verleiht allem Kontur. Und manchmal ist es einfach eine Frage der Perspektive, welche Seite wir sehen können.

Von jeher geht man davon aus, dass auch der Mensch eine lichte oder dunkle Seite hat. Ob nun in der Seele, im Wesen oder in seiner Natur, das ist eine Frage der Weltanschauung oder des Glaubens. So viele Geschichten, Märchen, Sagen berichten vom steten Widerstreit der „guten“ gegen die „bösen“ Mächte. Doch was ist genau gut oder böse?

Das Wissen und die Aufklärung lehren uns, dass man aber alle Dinge und so auch den Menschen aus mehr als einer Perspektive sehen kann und dass es das gänzlich Lichte und das absolut Dunkle so nicht gibt, dass es immer Schattierungen sind, Biografien, einschneidende Erlebnisse und Entscheidungen, die diese Schattierung heller oder dunkler färbt. Und so wohnt jedem Licht auch ein dunkler Funken inne und in jedem Dunkel ist das Licht nur unterdrückt.

Von diesen Widerstreit im Innern eines jeden Menschen erzählt der 7. Teil der Krabat-Festspiele 2018.

Lange bevor Krabat dem Ruf des Schwarzen Müllers folgt, lebt dieser – damals noch bekannt als freundlicher Müller Křesćan – gemeinsam mit seiner Frau Krysta in Schwarzkollm. Er ist ein neugieriger Mann und weiß um die Macht des Wissens und will als Lehrmeister allen Sorben das Wissen bringen, denn Wissen ist Macht.
Das diese Macht aber auch der Dunkelheit dienen kann, erkennt Křesćan, als der Gevatter in sein Leben tritt und ihm einen schwarzen Handel anbietet. Die Verführung der Dunkelheit und ihrem geheimen Wissen ist mächtig. Und auch der junge Krabat muss lernen, dass sein Wesen nicht nur aus Licht besteht.
An der Mühle zu Schwarzkollm beginnt ein Ringen zwischen Licht und Dunkelheit, dass Opfer kostet, aber Hoffnung in sich trägt. Denn wer kämpft, kann verlieren, aber wer nicht kämpft, hat schon verloren.